Am Tag der Deutschen Einheit, dem 03.10.2024, fuhr die Zweite als Tabellenführer zum Konkurrenten in Schlagweite, dem Drittplatzierten SSV Ettlingen II. Die Partie startete pünktlich um 13 Uhr, unter der Leitung des sogenannten Unparteiischen. Anfangs fand man etwas schwer ins Spiel – musste man sich an Geläuf und Gegner gewöhnen. So war es bezeichnend, dass eine Einzelaktion des gegnerischen Torstehers, indem er den schnell heraneilenden L. Saalfrank anschoss und sich somit das runde Leder quasi selbst ins Gehäuse bugsierte, zur Gästeführung aushelfen musste. In den folgenden Minuten war das Spiel weiterhin zerfahren und nur spärlich von Torchancen – egal auf welcher Seite – gespickt. Man verlor etwas den Draht zum Spiel und so war es nahezu folgerichtig, dass die Hausherren ausglichen. Etwas unglücklich, da der Pfiff zum Pausentee lediglich wenige Minuten später ertönte. Sowohl dieser als auch der Abpfiff des Spiels waren wohl eine der wenigen vom Spielleiter unstrittig getätigten Pfiffe an diesem Donnerstag. Aber hierzu im Verlaufe mehr…Nur so viel vorab, Halbzeit 1 hätten die Hausherren aufgrund einer begangenen Tätlichkeit nicht in Vollzähligkeit beenden dürfen. Das beidhändige Greifen an den Hals unserer Nummer 7, D. Ochs., moderierte der Referee mit den Worten „Du hast ja auch provoziert!“ – zum Unverständnis aller Anwesenden – ab. Nach dem Seitenwechsel brachte Coach Jäck Neuerung in der Offensive sowie im Zentrum. Leider agierte der Schiedsrichter auch hier sehr unglücklich. Nach dem Pausentee wollte unser Trainer dem Schiedsrichter den Wechsel mitteilen. Dieser hob jedoch nur seine Hand und sagte, dass ihn das hier jetzt nicht interessiere und er es später auf dem Platz notieren werde. Sturmtank K. Altinger ersetzte den stets eifrigen S. Holbach und J. Triebskorn kam für den etwas angeschlagen J. Deurer. Die erneute Führung unserer Rot-Schwarzen ließ lediglich zwei Zeigerumdrehungen auf sich warten, ehe der frische Altinger mit seinem gefühlt ersten Ballkontakt aus stabilen 17-18 Metern einen satten Schuss an den Innenpfosten des langen Torecks setzte, welcher sich final im Tornetz wiederfand. Das Spiel war auch in Durchgang zwei von einer ruppigen Gangart und aufgeheizten Stimmung geprägt. Von dieser ließ sich der Unparteiische offensichtlich anstecken, indem er den Gastgebern einen Strafstoß zusprach, der bei allen Akteuren handgestoppte 20 Sekunden benötigte, um zu realisieren, ob die Entscheidung auf Strafstoß, Abstoß oder Schiedsrichterball fiel. Ersteres war augenscheinlich der Fall (obwohl der „getroffene Gegenspieler im Nachgang selbst bestätigte, nicht berührt worden zu sein) und so schnappte sich der Spieler im blauen Dress den Ball und drosch ihn über das FCB-Gehäuse. Spielstand unverändert. Leider gelang es unserer Zweiten nicht, dieses Momentum an sich zu reißen und die Führung auszubauen. Man hatte die ein oder andere aussichtsreiche Torgelegenheit, ließ diese jedoch ungenutzt. Einen Solo-Lauf auf das Ettlinger Tor unterbrach der Spielleiter mit einem Pfiff, da er eine Abseitsstellung zu erkennen glaubte. Diese Meinung hatte er exklusiv, wie so viele an diese Mittag. So kam es wie es kommen musste und die Rückennummer 8 des SSV Ettlingen II vollstreckte in der 70. Spielminute eine Hereingabe seines Mitspielers aus kurzer Distanz, ohne Abwehrchance für unsere Torsteher und Urlaubsrückkehrer M. Joachimsthaler. Nun rückte mal wieder der Spielleiter in den Vordergrund, als er ein glasklares Handspiel der SSV-Abwehr ignorierte. Der Ettlinger Verteidiger hatte bei einer hohen Hereingabe in den 16er dessen Hand derart weit und für jeden ersichtlich – außer für einen – nach oben weit vom Körper abgespreizt, als wolle er eine Boeing 737 auf dem Rollfeld des Baden-Airparks einweisen. Doch die Pfeife blieb abermals stumm. Das einzig adäquate und erfolgsversprechende Mittel des SSV II an diesem Tag, die hohen Hereingaben, führten zum Erfolg, als ein Offensivakteur in der Folge zum temporären knappen Vorsprung für die Heimmannschaft vollstreckte. Nun war unser FCB gefordert und warf alles nach vorne, um auszugleichen. Das wusste der Gastgeber zu nutzen und münzte einen daraus resultierenden Konter in das 4:2 um. Dies war bereits nach Vollendung der regulären Spielzeit, sodass unserer Mannschaft nicht genügend Zeit blieb, es noch in etwas Zählbares zu drehen. Nichtsdestotrotz ließ es sich der Unparteiische nicht nehmen, sich abermals ins Gespräch zu bringen. Ein kurz zuvor frisch eingewechselter SSV-Spieler mähte von hinten auf Höhe der FCB-Bank Altinger derart um, sodass es lediglich eine folgerichtige Kartenfarbe nach sich ziehen musste. Aber sowohl das als auch das körperliche Wohlbefinden des am Boden liegenden und schreienden Spielers schienen den Referee nicht zu interessieren und so blieb er auf Höhe des Mittelkreises stehen. Allgemein hätte der Mittelkreis, sollte man das neumodische Stilmittel der „Heat-Map“, zur Nachverfolgung des Laufweges des Schiedsrichter anwenden, dunkelrot gefärbt sein müssen. Der anschließende Freistoß zog einen Foulelfmeter nach sich, der in der Entstehung eindeutig in der Rubrik „Konzessionsentscheidung“ wiederzufinden ist. Den Strafstoß brachte Altinger im SSV Gehäuse unter und betrieb hierdurch lediglich Ergebnis-Kosmetik, denn der Referee beendet unmittelbar danach die Partie. Als Resümee lässt sich festhalten, dass es ein gebrauchter Tag war, an dem unter normalen Umständen aber definitiv mehr drin gewesen wäre. Aber alles Meckern bringt nichts Zählbares – so aber wieder am kommenden Sonntag, wenn man um 12:30 Uhr auf heimischem Geläuf den SV Bad Herrenalb empfängt. Abermals sehr erfreulich und positiv an diesem Tag festzuhalten war, dass die FCB-Anhänger trotz der Witterungsbedingungen, wie gewohnt, in zahlreicher Form erschienen sind! Bericht: Kai Altinger